Berührungspunkte V



Und wieder einmal widme ich mich meinem Lieblingsthema der Berührung.


Ich möchte am Anfang ein paar Zitate von Fritz Perls stellen, der als Gründervater der Gestalttherapie galt.


"Alles fließt, sobald du mentales Wohlergehen erlangst."


Sobald wir dieses feine Gleichgewicht in unserer Existenz finden, von dem aus wir nicht länger Hürden, sondern Wege sehen, fühlen wir uns frei und unser Sein kann daher fließen.


"Um im Hier und Jetzt anwesend zu sein, müssen wir unsere Aufmerksamkeit und unser Bewusstsein vereinen."


Es geht um ein Erwachen, bei dem unsere Aufmerksamkeit und unser Bewusstsein Kontakt mit der Gegenwart aufnehmen, um unser persönliches Wachstum zu begünstigen.


"Der Organismus weiß alles, aber wir wissen nur sehr wenig. Unsere Intuition ist die Interlligenz des Organismus."


Der Mensch ist das Ergebnis der Vereinigung seines Organismus, seines bewussten Verstandes und seiner Interaktion mit dem Umfeld. Dennoch verbringen wir einen Großteil unseres Lebens damit, "abgekapselt" zu sein, zu schlafen, und sind nicht dazu in der Lage, diese Vereinigung zu nutzen. Wer nicht darauf vertraut, was einem seine Sinne, sein Herz oder seine Intuition mitteilen, wird niemals diese Weisheit erlangen.


"Ein Therapeut sucht ununterbrochen nach Möglichkeiten, mit dem Wie der Ereignisse, die in der Gegenwart geschehen, in Kontakt zu treten."


Herauszufinden, was eine wichtige Entwicklung blockiert, ist allein unsere Aufgabe.


Ich könnte noch ganz vieles aufzählen.


Doch zunächst, bevor ich Weiterschreibe und ins Detail gehe, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die oben angeführten Zeilen, Zeilen sind, die aus einer Zeit stammen, in der die Aussage Frau* und Mann*, noch nicht vorhanden war. Um die Authentizität zu gewährleisten, habe ich die Aussagen von Fritz Perls in dieser Schreibweise gelassen und sie nicht genderneutral, oder -zentriert geschrieben.


Berührung


Nun frage ich mich, ob ich, wenn ich mich immer wieder in diesesm Feld bewege und mich mit mir in gesamter Form verbinde, wer ich dann?en Kontext an. Wir sind alle miteinander verbunden und durch nichts getrennt, nur der Verstand, das Ego braucht diese Trennung, um sich zu schützen.

Gehe ich davon aus, dass Alles, wirlklich alles miteinander verbunden ist und öffne mich dieser Erfahrung in meinem Gewahrsein im Inneren, dann ist Berührung ein beständiges Sein in diesem Universum. Denn alles ist durchdrungen von Energie.Wir SIND Energie. Die Energie hat eine Eigenschaft, die wundervoll ist. Energie trennt nicht. Sie begegnet sich, verbindet und vermehrt sich. Energie ist eine Bewegung, die alles bewegt. Auch in der Stille, wenn ich mich in dieses Feld wage, oder in diesem Feld mich bewege, ist im Grunde alles Bewegung. In ihr ist alles leer und gleichzeitig alles voll. Alles im Fluß.


Gehe ich nun davon aus, dass der Erstkontakt in der Berührung NICHT-Stofflich ist, sondern schon an einem anderen Zeitpunkt begonnen hat, was lässt mich das wissen, bzw spüren?

Ist die Vorstellung dann nicht ehrfurchtsvoll, dass in jedem Moment, den ich lebe schon bewusst eine Verankerung einer Berührung, einer Begegnung schon viel früher ihren Anfang nahm?

Und was bedeutet das in der Begegnung miteinander?

Wenn der Wunsch nach Kontakt durch unsere Energie schon vorab im Raum war, warum trennen wir uns von dieser Erfahrung und sind so sehnsüchtig nach Berührung?

Wir nehmen an, dass wir uns nur in diesem Moment entscheiden und z.B ein Telefonat führen, um einen Termin ausmachen wollen.

Doch zuvor hatte ich bereits diesen Gedanken und habe darüber nachgedacht, dass ich diesen Termin ausmachen wollte. Nun sind Gedanken auch nichts weiter als Energie. Sie sind im Orbit unserer Energie und machen sich auf die Reise. Sind bereits angekommen. Mit welcher Intension, oder Emotion habe ich mich auf diesen Termin vorbereitet?

Die Aufmerksamkeit folgt der Energie. Oder umgekehrt.

Komme ich zurück auf das Körperfeld, dann ist es im Grunde sehr wichtig, dass wir uns wohlwollend begegnen, da wir mit unserem Körperfeld im Körperfeld von allem anderen und allen anderen in Kontakt sind.

Weitergedacht, oder gefühlt, ist somit auch die Energie eines verstorbenen Menschen nichts weiter als transformierte Energie und somit auch mit uns verbunden.

Nun frage ich mich, ob ich, wenn ich mich immer wieder in diesem Feld bewege und mich mit mir in gesamter Form verbinde, wer bin ich dann?

Unsere Verstand trennt uns von der Energie, da es unser materielles Ego ist. Es hat die Aufgabe uns in dieser Welt zu halten, um Erfahrungen zu sammeln. Wir leben also in dieser Trennung und es ist unsere Aufgabe, uns mit uns selbst zu connecten. Dies ist sehr knapp gehalten und ich bitte um Nachsicht.


Wie kann ich das Körperfeld erfahren?

In dem wir uns erlauben still zu werden. In dem ich mich auf meine Atmung konzentriere und erfühle, erforsche, wo und wie ich mein Körperfeld wahrnehme.

In der bewussten Begegnung in der Bewegung liegt oft ein Schlüssel zu unserem Körperfeld. Stell dir vor, du spürst nach, von wo aus du dich bewegst. Im Normalzustand tanzen und bewegen wir uns einfach. Es ist normal sich zur Musik zu bewegen. Doch tut uns das wirklich gut? Oder passen wir uns nur an das "äußere Schema" an, wie wir uns zu bewegen haben? Wenn ich auf meinen Körper höre, könnte ich vielleicht spüren, wie ich vielleicht gar nicht stehen will, sondern das Tanzen, der Rhythmus, oder die Musik mich dazu einladen im Sitzen zu beginnen, um meinem Körper den Ausdruck zu verleihen, der jetzt da ist. Womöglich würde ich spüren, wie es mir damit gut geht und ich mich mit mir selber verbunden fühle.

Erlaube ich mir, mich auf meinen Körper zu konzentrieren und diesen zu fühlen, wie ich mich, von wo aus auch immer, ich in meinem Körper mich beginne zu bewegen, dann kann ich eine Erfahrung erleben, wie sich mein Geist mit meinem Herzen und mit meinem Bauch verbindet. Dieses Gefühl der EINHEIT, was dann entsteht, hat so eine tiefe bewusste Wirkung, dass alles still wird. Gedanken lösen sich auf, die Emotionen erlangen eine Ruhe und der Bauch ist im JETZT.

Und doch ist JETZT in der Stille, in der Leere ALLES vorhanden. Es wird groß in uns. Unser ur-eigenes Ich wird in seinem Gewahr-werden eins mit dem Feld und kann sich somit immer weiter ausdehnen.

Stell dir vor, du stehst an einem stillen See. Ist er wirklich still? Du wirfst einen Stein hinein und siehst zu, wie dieser untergeht. Obwohl nun dieser Stein für dich nicht mehr sichtbar scheint, ist es noch da.

Was du jedoch sehen kannst, sind die Ringe, die Kreise, der Abdruck, den der Stein ausgelöst und hinterlassen hat. Hätte der See keinen Rand, so würden diese Kreise immer weiter gehen.

Und dies tun sie auch. Jede Aktion dehnt sich so lange aus, bis sie sich wieder am Ausgangspunkt selbst begegnet.

Das ist für unseren Verstand unvorstellbar. Warum sollte dies so sein?

In diesem Universum, geschieht rein gar nichts, ohne dass es eine Reaktionskette ausgelöst wird.

Ein anderes Beispiel. Wir gehen durch eine belebte Straße und "plötzlich" rempeln wir mit einer anderen Person zusammen. Ist das Zufall?

Welche Gedanken habe ich zuvor gedacht?

Wo befinde ich in meinem Körper? War ich im Moment des Zusammenstoßes in mir, außerhalb von mir, oder gar nicht anwesend? Wie war meine Emotionalität?

Und ist es ein Zufall, oder ist das die Reaktion von etwas, dass vor einer Weile gedacht, oder geschehen ist?

Bleibe ich bei dem Beispiel mit dem Zusammenstoß auf der Straße, so lässt es auch entsprechend anders geschehen. Bin ich mit mir verbunden, spüre ich mein Körperfeld und habe meine Gedanken wohlwollend, dann ist der Spaziergang wie ein Tanz. Energien tanzen und bewegen sich sanft umeinander.

Das kann ich auch in der Massage, in der Berührung erleben.

Wie bin ich auf den Klienten, die Klientin eingestimmt? Wo sind meine Gedanken, bevor der Erstkontakt hergestellt ist? Wie bereite ich mich ganz allgemein für mich vor?

All das gehört zusammen.


Wenn ich nun noch weitergehe in dem Feld der Körperwahrnehmung, dann könnte der logische Gedanke doch sein, dass, wenn wir alle uns auf eine positive Weise ausrichten, dann kann nur noch positives zu uns zurück kehren und ebenfalls sende ich anderen gute Gedanken.

Wie würde sich das anfühlen? Zur Zeit gibt es eher Strömungen, die uns trennen, sowohl von uns selbst und auch vom Gegenüber. Doch diese Strömungen haben wir selbst ausgelöst. Nichts geschieht JETZT, es ist bereits geschehen und wir können es nur stoppen, in dem wir unsere Gedanken NEU ausrichten. Dahin gehend ausrichten, dass wir uns wohlwollend gegenüber verhalten. Sowohl in Wort und Tat, als auch gedanklich. Dies ist wohl das Wichtigste. Denn jeder einzelne gedachte Gedanke ist Energie und eilt uns voraus. Dann kommt das Körperfeld.

Dies soll nicht verzagen, sondern birgt es eine ungemeine Chance der Veränderung.

Die Veränderung beginnt JETZT. JETZT ist immer die Zeit in der wir JA zur Veränderung und zu neuer Gedankenregulation sagen können.

Unser Körper weiß mehr, als das wir in unserem Verstand erahnen können.

Manche nennen es Intuition.

Vertrauen wir doch darauf und erlauben uns immer wieder Zeiten, in denen wir uns uns selbst begegnen lernen. Schenken wir uns Zeiten, in denen ich mich mit mir selbst bewege und bewusst erfahre, wo ich gerade stecke.

Es ist eine spannende Reise und ich lade dich gerne ein, diese Reise einfach mal auszuprobieren.





























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