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  • Ina Marino

Wertschätzung im Buddhismus




Sie ist schwer zu erlernen, denn unsere Gesellschaft lehrt uns immer zwischen gut und böse, richtig und falsch zu unterscheiden. Wir sind programmiert, an gut und schlecht zu glauben. Wenn wir die Dinge bekommen, die wir wollen, sind wir glücklich, und wenn wir nicht bekommen, was wir wollen dann stehen wir dem Leben missgünstig gegenüber. Wir bemessen unseren Wert im Außen, an einem tollen Körper, Auto, Haus, super Arbeit, Geld. Und alles was schief geht, die Dramen, sind Fehler, die nicht wertgeschätzt werden, wir koppeln uns ab.


Wertschätzung kann in viele Bereiche heruntergebrochen werden.

Um sich dem Thema anzunähern, sollten wir verstehen, was Wertschätzung ist.

Ich möchte ein paar Beispiele geben, was und wie wir Wertschätzung erfahren können:


Wertschätzung eines Menschen durch Kommunikation ausdrücken. Schon die Körpersprache zeigt einem Menschen, ob er wertgeschätzt wird. Ein Lächeln, ein Händedruck und Blickkontakt signalisieren Interesse und Sympathie. Der Verzicht auf Körperkontakt oder ausweichende Blicke geben dem Gegenüber dagegen das Gefühl, nicht wichtig zu sein.


Wertschätzung ist für das Wohlbefinden des Menschen essentiell. Nur wem die entsprechende Wertschätzung entgegengebracht wird, kann wirklich glücklich sein. Soziale Interaktion ist ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen.


Wertschätzung betrifft einen Menschen als Ganzes, sein Wesen. Sie ist eher unabhängig von Taten oder Leistung, auch wenn solche die subjektive Einschätzung über eine Person und damit die Wertschätzung beeinflussen.


Der Begriff Wertschätzung wird heute beinahe inflationär und viel zu oft falsch verwendet. Umgangssprachlich wird Wertschätzung oft mit Lob und der Anerkennung von Leistung gleichgesetzt. Doch das ist falsch. Wertschätzung ist mehr – es ist eine Herzens- und Geisteshaltung, die immer auch den Menschen sieht und nicht nur dessen Ertrag.


Herr Sonada sagt dazu, dass der Daishonin uns lehrt, dass es 14 Dinge gibt, die uns davon abhalten glücklich zu werden. Zwei davon sind:


1. Eine falsche Sicht unseres Lebens (wir wissen nicht wer wir sind)

2. Zu große Abhängigkeit von materiellen Dingen.



Das was wir von uns wahrnehmen, glauben wir als wahre Identität anzuerkennen. Dass dies die Realität sei.

Jedoch zielt wahre Wertschätzung auf einen Bereich außerhalb von uns aus, bzw zielt auf unseren innersten Kern.

Wertschätzung beginnt damit, sich selbst wert zu schätzen, ohne die äußere Schale zu sehen.


Sich selbst mit einem Lächeln zu begegnen, auch wenn wir etwas „falsch“ gemacht haben, ein wertvolles Streicheln über die Stellen am Körper, die dem fanatischen Schönheitsideal nicht angemessen erscheinen.

Wertzuschätzen, dass wir unperfekt sind.

Verständnis für sich selbst, wenn wir etwas versuchen und es nicht gelingt, oder einfach nicht mehr geht, weil körperliche Einschränkungen oder etwas anderes uns nicht mehr zum Top As werden lässt.

Wertschätzung für sich selbst ist eine Sanfte Revolte der Gnade, des Verzeihens, des sich selbst lieben und annehmen.


Herr Sonada schreibt, wenn wir anerkennen, dass wir gut UND schlecht sind, dann sind wir nicht mehr unglücklich. Wenn wir dafür Verständnis haben, sind wir Buddha. Dann sind wir das Beste, dass es für dieses Universum geben kann.

Als wir geboren wurden, waren wir “leer“. Wir lernten alleine laufen, niemand brachte es uns bei. Wir beobachteten und taten dies aus uns heraus. Doch später erzählen uns zuerst die Eltern, die Familien, wer und wie wir sind, noch später übernimmt dies die Schule, die Gesellschaft. So sind wir ein Ball in einem Spiel und verlieren die Wurzeln in uns in unseren wahren Kern.


Wenn wir uns darauf zurückbesinnen, dann können wir tief verwurzelt zu uns zurückfinden, wie ein starker Baum, der eine große Krone trägt und tief verzweigt in der Erde steht. Und er weiß.


Dies können wir durch das tägliche Chanten erlernen und uns wieder mit uns selbst verbinden.

Das heißt, wir können uns in jedem Augenblick ändern und

a) Die Wahrheit unseres Lebens erkennen

b) Die Verantwortung übernehmen und erschaffen

c) Alles beginnt und endet mit einem selbst.


Was bedeutet es einen anderen Menschen wertzuschätzen?


Es bedeutet keine Vorurteile gegenüber anderen zu hegen.

So wie wir für unser Glück verantwortlich sind, sind wir auch für das Glück von anderen Menschen zuständig. Indem ich nicht urteile, sondern meine Emotionen bei mir lasse, kann ich einen Raum schaffen, der für das höchste Glück aller Menschen zum Höchsten gelangen kann.


Herr Sonada schreibt ebenfalls dazu:

Ein Buddha zu sein heißt nicht perfekt zu sein. Es bedeutet, dass sie die Negativität immer in Nutzen umwandeln können.


Das Programmiert-sein macht es uns schwer, unser Leben wertzuschätzen. Es ist nicht leicht, das eigene Leben wertzuschätzen, denn das eigene Leben möchte sich nicht selbst wertschätzen.

Wir können dafür chanten ( Nam Myoho Renge Kyo) und uns auf unser Innerstes konzentrieren.

Auch wenn wir glauben, wir sind schlecht, können wir dies innerhalb eines Momentes verändern und in Glück umwandeln. Dadurch entsteht Zufriedenheit. Frieden in unserem Herzen und dies können wir in die Welt tragen und zu Weltfrieden beitragen.


Wenn etwas ganz schräg verläuft, heißt das nicht, dass ich die Umstände akzeptieren muss.

Die Qualitäten der Wertschätzung sind:

1. Egal was passiert, wir verraten weder unsere Träume, unsere Ziele noch uns selbst

2. Egal was passiert, wir fällen kein Urteil über uns selbst.

3. Egal in welcher Situation wir sich befinden, wir müssen diese verändern. Es ist nicht akzeptabel, dass wir uns in einer Lage befinden, die uns deprimiert.


Denn alles ist die Buddha-Natur.





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