Was ist Resilienz?

June 17, 2015

 

Am ersten Maiwochenende fand eine Messe in Bremen zum Thema Resilienz statt.

Ausgerichtet von der Zeitschrift “Leben und Tod”, finden sich jährlich Institutionen zusammen, die sich in diesem Jahr mit diesem Thema  befassten. Sei es Hospize für Erwachsene, Kinderhospize, Initiativen von trauernden Eltern, über Vereine, die Kinder und Jugendliche in ihrer Not der Trauer beistehen, Sterbeammenakademie und verschiedene Bestatter, Schmuckdesigner und ebenso Vertreter von Ruhewäldern. Informationsstände, Klangtherapie nach Hess und vieles mehr haben den Besuchern versucht, ein all- umfassendes Bild von Leben und Tod  zu vermitteln.

 

Viele Vertreter der Medizin, der Palliativmedizin haben miteinander diskutiert und dem Zuhörer und den Zuhörerinnen das Thema der Resilienz versucht näher zu bringen.

 
Was also ist Resilienz?

Nur ein neues Wort, was vom Inhalt der Mitmenschlichkeit, dem Umgang des Mitgefühls füreinander abbringt? So wie das wunderbare Wort der Empathie, von vielen benutzt, doch vielleicht in vielen Fällen, nicht verstanden, oder nicht gelebt, sowohl in der Pflege als auch im täglichen Umgang mit uns selbst?

Resilienz besteht aus den wunderbaren Faktoren:

1. Anpassungskraft

2. Veränderungskraft

3. Widerstandskraft

 

Bei all den Faktoren gilt, sich selbst zu stärken und diese gewonnene Kraft nach Aussen zu transportieren. Diese Kraftquelle Resilienz zu entwickeln und zu nutzen heißt  zum einen ein starkes Selbst entwickeln UND andere stark machen ,  einen Sinn finden und stiften in Zeiten von Krisen und Veränderungen. Auch gehört dazu, Gesundheit als hohes Gut zu schätzen und zu schützen.    Weitere Punkte sind, sich mit seiner/ihrer Aufgabe zu identifizieren, ohne sich darin zu verliere;   Schwierigkeiten und Rückschlägen mit Gelassenheit zu begegnen;   Uneindeutiges und Unfertiges in turbulenten Zeiten aushalten;  Balance finden zwischen tun un (über)lassen;   Stress zulassen, zugeben und regulieren können;  eine offene und effiziente Fehlerkultur etablieren und pflegen;  zu verantwortlichen Entscheidungen bereit und fähig sein ohne Perfektionsanspruch.

 

Das ist ein hohes Ziel, dem nicht gleich Genüge getragen werden kann. Doch die Entscheidung liegt in einem selbst und kann nur noch nach Aussen getragen werden. Es ist ein wunderbares Potential, wenn ich mir meiner eigenen Kraftpotentialen bewusst werde und diese im Alltag benutze. Es kann einfach in der alltäglichen Gestaltung von Kinder großziehen, Kochen, Putzen, Familienalltag managen liegen, oder in der Berufswelt, oder auch in der Betreuung schwererkrankter Menschen, was einem alles in allem abverlangen kann. Jeder Mensch hat in jeder Situation ein anderes Level auf dem er/sie sich befindet mit den eigenen Kraftressourcen umzugehen und sich anzudocken an dieses Potential. Wie, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

 

Bei dem einen ist es einen langen Spaziergang zu machen, mit den Kindern herumzutoben, Sport zu machen,  im Garten zu buddeln und in Ruhe einen Kaffee, oder Tee zu trinken. Andere benötigen es, Raus zu gehen, sich mit Freunden und Gleichgesinnten zu treffen, einen Kinoabend und derlei vieles.  Hier ist der Fantasie und der Kreativität keine Grenze zu setzen, denn ALLES was Freude macht, was zum Lachen anregt, was uns zum Schmunzeln bringt, ist Resilienz-förderend.  Denn das höchste Gut, das wir  haben, uns selbst auf zutanken, ist die Liebe. Sie ist der größte Motor, der uns Sicherheit gibt,  der uns am Leben teilhaben lässt. Aus ihr entspringt das Leben, die Kreativität, die inneren tiefen Ressourcen der Kraft.

 

Was ist der Gewinn, den ich aus dieser Kraft der Resilienz gewinne?

- Belebung    

- Leichtigkeit

- Erneuerung

- Selbstverantwortung

- Verbundenheit

- Stärke / Stärkung

- Begeisterung

- Authentizität

- Balance

- Freude

- Mit sich im Reinen sein

 

Wenn wir uns nun in Krisen befinden, welche Schutzfaktoren werden in schwierigen Situationen wirksam

- Optimismus: Ein hohes Maß an Optimismus bringt uns weiter und schafft Chancen der Änderung und des Verstehens im Umgang miteinander.

 

- Akzeptanz: Love it,  change it or leave it!

 

-Lösungsorientierung: Bin ich Problemorientiert, oder steht mein Fokus auf Lösung? Auch wenn ich noch keine Lösung habe, können sich Optionen im gemeinsamen Handeln finden, sich Kreativität einstellen.

 

- Verantwortung übernehmen: Fangen wir an, Verantwortung für unser Handeln und Tun zu übernehmen, entscheiden wir uns bewußt aus der Opferrolle herraus zutreten und unseren Platz in der Gemeinschaft einzunehmen. Wir gestalten dann proaktiv unser Leben.

 

- Selbstregulation: Hier geht es darum unsere Gefühle, unser Denken und unser Handeln in Balance zu halten. In der asiatischen Philosophie nennt sich das auch, dass der Körper, der Geist und die Seele im Einklang sein müssen. Ist eins dieser Dreiheit zu stark, schwächt es die beiden anderen, ein Ungleichgewicht entsteht. Dadurch können Krankheiten entstehen, ein Ausgebranntsein, Mißverständnisse entstehen.

 

- Beziehungen gestalten: Der Mensch ist ein Gruppentier. Mag sein, der eine, oder die andere braucht viel Ruhe und Stille, doch in der Gemeinschaft können wir nur im Team alt werden und unseren Platzt bestreiten (im besten Falle). In diesem ist es wichtig, dass jeder von uns weiß, welche Rolle er/sie inne hat und sich dieser mit voller Verantwortung stellt.

 

- Zukunftsintegration: Es ist hin  und wieder gut einen kleinen Blick in die Zukunft zu riskieren und sich Pläne, eine To Do-Liste anzulegen, damit, wenn wir in einer Krise stecken einen Hinweis uns geben, da gibt es noch etwas, was ich tun möchte, was ich erleben will. Das kann am Leben halten und uns neugierig lassen.

 

 

Nur in dem guten Zusammenspiel von den Faktoren der Kraft und denen der Gewinnfaktoren kann Resilienz wachsen und  uns im Guten nutzen.

 

Kraft ist nicht etwas, was wir aushalten dürfen und lernen dürfen. Es ist immer da und kannn genutzt werden. Es geht eher darum, sich im Klaren zu sein, dass wir nicht alles alleine zu schaffen brauchen, sondern immer und überall nach Hilfe Ausschau halten können. Denn wer fragt, dem wird doch meist geholfen.

 

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