Weiblichkeit und Selbstbild



Ein wahrlich großes Thema mit vielen Facetten und Wahrheiten und Wahrnehmungen.


Denn dahinter steckt ganz viel mehr, als nur der Begriff Weiblichkeit. Es geht vielmehr um Menschlichkeit und wie wir uns selbst wahrnehmen.

Seit Jahrhunderten, oder vielleicht schon Jahrtausende sind wir nicht in der Lage uns Menschen so zu nehmen, wie wir sind.

Einst haben wir in respektablen Gemeinschaften zusammengelebt, Männer sind auf Grund ihrer Statur auf die Jagd gegangen, Frauen haben sich um die Kinder gekümmert, haben Beeren gesammelt. Die Ältesten kümmerten sich mit den Jungen um das Feuer und erzählten Geschichten, damit die Jungen lernen, was sie Gemeinschaft braucht.

Warum erzählen wir uns immer wieder diese Geschichte?


Die Zeit, dass Jäger von ihren Familien gefeiert wurden, verlor sich und auch die Frauen wurden nicht mehr wahrgenommen, was sie taten. Kinder nervten und waren im Weg.


Es ist unsere Geschichte. Die Geschichte vieler Völker, die als Seßhafte gelebt haben.

In vielen anthropologischen Büchern stoßen wir auf diese evolutionäre Geschichte.

Auch in Märchen, Sagen und in der Ethnologie.

Doch mit der Zeit verlor sich diese Wertschätzung, die Achtung füreinander. Die Gemeinschaften wurden größer, die Gier mehr, der Mensch, vor allem der männliche Vertreter zog aus und eroberte andere Kulturen. Er machte sich vieles untertan.

Das ist unser neuestes Vermächtnis.


Was ist geschehen? Wo fing es an, dass die "moderne Familienstruktur", die Gemeinschaften ablöste? Wann begann es, dass Frauen immer mehr sexualisiert wurden? Je nach dem, welche Epoche wir durchlebten, erfuhr die Frau, dass sie von der männlichen Gesellschaft geformt wurde. Je nachdem, welche Epoche gerade durchlebt wurde, durften Frauen, rund, schlank, lange Haare, eingeschnürt, im Korsett, oder im Mini, mit Bob, oder Petticoat sein. Doch, egal in welcher Epoche wir uns befanden, Freiheit, eigene Meinung, Selbstbestimmtheit, das gab es nicht. Es brauchte bis in die Jetzt-Zeit die Einwilligung der Ehemänner, ob wir etwas tun durften. Sei es Autofahren, einen Vertrag abschließen, studieren, arbeiten, oder wählen. Die Liste ist lang. Alleine zum Arzt gehen, oder für sich selbst eine Entscheidung treffen.

Ja, natürlich hat auch die Männerwelt sich bestimmten Dogmen unterordnen dürfen, doch der Frau wurde nicht nur der Körper weggenommen, sondern auch das eigenständige Denken, Handeln und Fühlen. Sei es die Kirche, die aus der Bibelgeschichte herauslas, dass Eva aus der Rippe Adams geschnitzt sein soll, oder ob es in anderen Religionen bestimmte Regeln und Strukturen gibt, die den Frauen erklärt, was sie tun und lassen sollen.

Hinzu kommt, dass angeblich die Frau keine eigene Meinung haben sollte, da sie nicht weiter als bis zur Kindeserziehung und für das "Wohle des Mannes" sorgen könne.

Spannend und regt mich immer wieder auf.

In einem wunderbaren Buch "Unsichtbare Frauen", kannst du nachlesen, wo Frauen NICHT auftauchen. Oder schön geschrieben, wie die männliche Welt meint, MANN müsse sich nur nach ihnen richten. Beispiele dafür sind Wohnungen, Fahrtwege zur Arbeit, Non-Profit-Arbeit, Medizin, Arbeitskleidung, Bundeswehr, Gehälter, Anrede in Fachkreisen, u.v.m.

Alleine, dass wir immer noch darum kämpfen, dass wir gleichberechtigt wahrgenommen werden, ist unglaublich. Das ist ebenso mit der Mode.

Schau dir mal bewusst Filme an und zähle männliche und weibliche Akteur:innen. Ich meine Blockbuster. Keine Frauenfilme. Prozentual sind es 80-90% Männer. Wenn mal eine Frau mehr im Film vorkommt, ist die Wahrnehmung in uns schon so, dass es viele Frauen waren. Achtet mal darauf.

Genauso ist es mit den Doktorandinnen und Professorinnen Literatur. Sie werden selten bis nie veröffentlicht, so dass nachfolgende Frauen, keinen Zugriff auf dieses Wissen haben und wieder auf männliche Sichtweise zurückgreifen müssen.

So ist es eine erweiterte und in die nächste Generation verschobenes Problem.

Denn Berichte, die nicht veröffentlicht sind, dürfen nicht herangezogen werden, obwohl es einen Mehrwert für die Sichtweise hätte.

Kommen wir nun zu einem ganz anderen Thema. Die Körperformen von Frauen durfte sich den Gezeiten der Geschichte anpassen. Ob nun rundlich, magersüchtig, Wespentaille, "Rubensformen" (auch ein männlicher Maler), sportlich. Auf jeden Fall immer schön gestylt als Begleitstück für den Mann. Nun habe ich mich wiederholt und doch ist es so wichtig, sich das zu vergegenwärtigen.

Seit vielen Jahren versuchen Frauen für ihr Recht und für ihr Sein einzutreten. Für Bildung, für das Wahlrecht, für die Freiheit, nicht beschnitten zu werden, für Selbstentscheidung einer Abtreibung, für gleiches Gehalt, für Ausgleich zur Kindererziehung.

Ja, es ist schon etwas passiert, ja, wir haben ein Wahlrecht, doch die Schikanen, die damit einhergehen, global gesehen sind einfach gruselig. Oder schau dir jetzt 2022 Amerika an, wo das oberste Richter:innen-Gremium sich gegen die Abtreibung stellt.

Das ist einfach unglaublich. Das ist nur die Spitze des Eisberges.


Nun könnte ich weiter mich damit beschäftigen und rege mich damit nur im Außen auf. Was geschieht in mir?

Die Zeit ist, zumindest für die "westlichen" Menschen, soweit, dass wir uns über unsere Bedürfnisse unterhalten, uns mit unserer Körperin beschäftigen, Sexualität neu definieren können.

Hier liegt ein großes Geschenk darin, unser Potential zu entfalten, wenn es um Kommunikation und Selbstwert und Selbstbild geht und auch darum, wie wir reden und zuhören.

Es ist jedoch wichtig, dass wir uns selbst spüren und in uns hineinlauschen, was gerade anliegt und ansteht. Ein Wort, welches in aller Munde ist, Selflove, oder Selicare, oder Hygge, kennen bereits viele und es wird weit in die Werbung gestreut. Was wird damit verknüpft? Wellness, Urlaub, du sollst super gut aussehen, Vitamine essen, Sport machen und super gut aussehen.

Ist es das, was ich meine? Nein, du musst keinen Luxuskörper, keine Luxuskörperin besitzen, du brauchst keine 100 Bücher lesen. Es reicht, sich zurückzulehnen und in sich hinein zu lauschen. Fühle wie deine Körperin mit dir spricht, wie dein Herz schlägt und dann höre, was du wirklich brauchst, damit du dich wohl fühlst. Nur wenn ich ruhig in mir bin, kann ich mich wahrnehmen. Und wenn es dann ein Urlaub ist, ja, mach das, ist es Sport, ja, dann mach das. Gute Ernährung, dann fühl in dich und iss das, was dir wirklich gut tut. Es werden keine Chips sein, oder?

Am Beginn beschrieb ich unsere alten Strukturen, wie gelebt wurde. Da wurde bestimmt nicht darüber fachsimpelt, ob wir uns etwas gutes tun müssen, um in unserer Balance zu bleiben.

Was war anders? Wir können nur Vermutungen anstellen, ich glaube allerdings, dass es an der Gemeinschaft an sich selbst lag. Jede/r war wichtig. Für alles gab es einen Platz und am Abend blieb niemand alleine. Gemeinschaft, am Feuer sitzen, gemeinsam kochen, sammeln, etc lässt niemanden allein zurück. Durch gelebte und erzählte Geschichten blieb alles lebendig und verband uns mit uns und mit dem Kosmos, mit der Erde, mit den Tieren, den Pflanzen. Das verband unsere Ahnen. Durch die Kurzlebigkeit und auch durch die besonderen Gefahren schweißte dies auch zusammen.

Wir leben länger, haben andere Gefahren, denen wir ausgesetzt sind, die subtiler sind. Wir leben getrennter von, im Grunde, ALLEM und brauchen dadurch Zeiten und Pausen, um wieder bei uns anzukommen.

Im Grunde können wir nur fachsimpeln, was damals war, oder durch Ahnenreisen uns die Geschichten erzählen lassen, jedoch ist es unserem Verstand und Geist zuzuschreiben, dass wir uns weiter entwickeln. Evolutionär haben wir gelernt mit unserem Verstand Dinge zu entwickeln und wir dürfen lernen, wieder in eine Entwicklung zu gelangen, die uns im Gesamtkontext zum gesamten Universum setzt. Im Kosmos gibt es kein gut und schlecht. Es denkt nicht in Polaritäten, sondern ist reine Energie. (Ja, Polaritäten existieren schon. Denkst du in die eine Richtung, dann geschieht dies. Sattelst du das lichte Pferd, so wird gleichzeitig das schwarze Pferd in Bewegung gesetzt. Licht und Schatten sind ein Gesetz, welches im Kosmos existiert. Wer dazu mehr lesen möchte, Rüdiger Dahlke hat dazu gute Literatur geschrieben.).

Diese Energie, wie kann es anders sein, folgt der Aufmerksamkeit. Durch unser Denken und Reden setzen wir zu jeder Zeit Energie frei. Und somit sind wir die Schöpfer:innen dessen, was wir gedacht haben. Jeder Gedanke setzt Impulse frei, die sich sowohl in unserer Körperin, als auch im Feld des großen Bewusstseins ausdehnt.

Im Klartext heißt dass, das alles was wir denken, von allen anderen Lebewesen aufgenommen werden kann und somit gedankliche Steine ins Rollen kommen. Wir können viele Beispiele finden, die dies bestätigen. Sei es bei Primaten, die über Generationen gelernt haben, wie sie besser an ihr Futter kommen, oder wie sie vom Vier-Gang-Laufen auf zwei Beine kamen. Oder wir Menschen, die von der Höhle und dem ersten Feuer immer weiter unseren Horizont erweitert haben. Und es gab immer den/die Erste/n, die/der mit einer Neuheit gedacht oder dann später umgesetzt hat.


Dazu ein kleines Zitat:

"Wir müssen erst "sein", bevor wir "tun"können, und wir können nur in dem Ausmaß "tun", in dem wir "sind", und was wir "sind", hängt davon ab, was wir "denken".

Charles Haanel


Du merkst, wie das Thema Weiblichkeit mit unserem inneren Selbstbild zusammenhängt und auch mit unserer evolutionären Entwicklung, vom Geist und von vielen Dingen, wie Schule, Erziehung, wo ich lebe, was mir wiederfährt und wie ich dadurch meine Weltsicht selbst präge.

Ganz viele Gedanken, die uns zu uns durch den Kopf gehen, jetzt in diesem Moment haben nichts, wirklich gar nichts mit deinem Selbst in diesem Moment zu tun. Kaum ein Gedanke, den wir denken, ist durch uns selbst entstanden.

Wenn du dir das mal auf der Zunge zergehen lässt, ist das doch unglaublich, oder?

Wir sind ein Produkt, von all denen, die uns in der Kindheit umgeben haben. Sie prägten uns durch ihre erlebten Geschichten und waren auch nicht sie selbst. Das kannst du zurückführen bis in die Steinzeit.

Das bedeutet aber auch, dass wir uns mit diesem Bewusstsein und diesem Wissen, uns für einen neuen Weg entscheiden können.

Du kannst beginnen, ganz anders zu denken und zu fühlen.

Stimmt das jedoch? Ich glaube nein, nur in manchen Aspekten, denn wir reden in unserer Babble, oder begeben uns in neue Babbeln und hören und leben dort. Und schon bist du wieder geprägt. Jedoch kannst du es für einen kleinen Aspekt verändern und darin etwas neues kreieren.

Das ist wie Musik. Höre ich auf bestimmten Kanälen immer die gleiche Musik, wird mir nichts anderes mehr angezeigt. Höre ich dann mal etwas ganz anderes, erweitert sich das Musikspektrum wieder.

So ist das auch mit unseren Emotionen, Gefühlen und Gedanken.

Beginnst du den Muskel der Veränderung zu bewegen, kannst du dich für neue Gedanken öffnen. Du lernst neue Emotionen kennen, kannst deine Gefühle anders wahrnehmen und dein Handlungsspielraum wird größer. Doch das darf nicht nur eine kleine Weile geschehen, das braucht Kontinuität und immer wieder neue Prozesse, bis sich alte Gewohnheiten und gewohnte Denkmuster verändern können und sich eventuell auf Dauer verändern.


So kannst du dein Selbstbild verändern. Ist es wirklich so, dass du Abnehmkurse machen musst, um was zu erreichen? Oder musst du unbedingt DEN Pulli kaufen, oder das Auto fahren? Den Lippenstift auflegen?

Du wirst erfahren, je mehr du dich mit dir selbst in der Ruhe beschäftigst, wie es sich in dir verändert. UND es braucht ein gutes Umfeld, welches dich darin unterstützt.


Wir Frauen brauchen andere Frauen, um uns zu nähren, zu stärken, um gehört zu werden, um in unserer Körperin anzukommen. In einer tragenden Community kannst du dich wieder lernen, anders wahrzunehmen und vielleicht einfach mal zu sein und das ist o.k.

Mir geht es nicht darum, eine Welt ohne Männer zu schaffen, wir dürfen, wenn wir diese Welt, unserer aller Heimat heilen wollen, uns selbst heilen. Sowohl Männer und auch Frauen.

Dafür braucht es Krafträume, Kraftquellen für Männer und Frauen. Wenn wir uns wieder unserer inneren Macht bewußt sind, können wir gemeinsam weitergehen.

Was heißt Macht?

Es geht nicht darum, dass wir andere unsere Macht demonstrieren und uns über andere stellen. Es geht um "SELBSTERMÄCHTIGUNG" , damit meine ich, die eigene Verantwortung für das Handeln zu übernehmen und aus unserer Mitte heraus, aus dem Herzraum handeln.

Im Moment sind wir unseren Bedürfnissen ausgeliefert, da wir uns diese nicht wirklich klar machen. Innerhalb einer Beziehung wird oftmals darauf gestützt, dass die andere Person doch merken, spüren, wissen muss, was ich wirklich brauche. Der anderen Person geht es ebenso. Dadurch entstehen Ent-täuschungen, weitere nicht befriedigte Bedürfnisse.

Doch mach dir klar, die Bedürfnisse kommen auch aus der Vergangenheit. Also kommuniziere diese und bleib offen, was du wirklich wirklich brauchst.

Geht es um das Thema Sexualität, beobachte mal, ob du auf deine eigenen Bedürfnisse achtest, erzählt ihr euch, was ihr euch wünscht. Macht das mal, dann kann wirklich eine Veränderung eintreten. Gebt euch Zeit.


Denn durch diese kleinen Schritte kannst du auch dein Bild deiner eigenen Weiblichkeit erkennen. Schenke dir das Wichtigste, was du hast, deine Liebe zu dir und Zeit für dich ganz allein.

Nimm dich so ernst, als wenn es dein letzter Tag in dieser Körperin wäre. Sie ist ein Tempel für das göttlichste was du bist. Deine Seele ist unsterblich, schenke ihr eine Achtung und eine Liebe und achte auf deine Körperin.

Schenke dir einen Sinn in diesem Leben und wenn es nur das ist, dass du ab sofort beginnst, dich selbst zu lieben, oder nur zu achten, oder nur ein bisschen mehr zu mögen.

Lächle dir zu. Tanze und fühle dich in jedem Moment in deinem geilen Leben.


Sag nicht, so was blödes. Welch geiles Leben.

Habe ich auch lange gesagt und hab mich hinter der Kampfsport versteckt, dann hinter den Kindern, dann hinter meiner eigenen Depression und Angstattacken und was noch alles.

Doch im Grunde komme ich dadurch immer mehr bei mir an und fange an, das Wichtigste auf dem Planeten zu lieben.

MICH

Und dann alle anderen.

Und ehrlich, ich liebe meine Kinder und würde alles für sie tun. Doch was haben sie davon, wenn ich auf dem Zahnfleisch laufe? Was zeige ich ihnen? Das ich mich nicht wertvoll genug halte. Diese Zeit ist vorbei.


Es hat gedauert, bis ich das verstanden habe, und es ist geil, dies ins Leben zurück zu holen.


Du bist mehr, als all das, was dir bisher erzählt wurde, was du dir selbst erzählt hast.


Willst du das ändern?


Du hast es in der Hand

Jetzt ist die Zeit, nicht gestern, nicht Morgen.


In aller Liebe zu dir


Namaste


























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