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Der alte Pfad



In der dunklen Zeit.


Der 22.12. ist in diesem Jahr 23 der kürzeste Tag und die längste Nacht. Die Wintersonnenwende läutet das Ende der dunklen Zeit des Herbstes ein und damit beginnt der Winter und das keimende Licht wird in dieser Dunkelheit geboren.

Tief verborgen liegt es im Schoß von Mutter Erde und wird gut behütet und beschützt.

Noch darf es sich ausruhen und der Dunkelheit eine kleine Weile die Macht über die Natur lassen.


In dieser Zeit sind viele wunderbare Bräuche, Mythen und Geschichten eingewoben. Sei es die "Adventszeit", "Odins Jagd", "die drei Nornen"-Schicksalsgöttin der drei Gesichter, die "Holle-zeit" und vieles mehr.

Winter - eine Zeit des Ruhens, Ausruhens, Geschichten erzählen, Beisammen-sein. So wurde er früher zelebriert. Es gab schlichtweg nichts anderes.

Heute ist das schon anders. Die Winter sind nicht mehr so kalt, wir haben unsere Arbeit, die Gemeinschaften haben sich auf wenige Menschen reduziert und das Gefühl, ständig bereit zu sein, ist allgegenwärtig.

Da ist es schön, dass alte Traditionen wieder in unsere Leben finden. Eine Rückbesinnung an sinnliche und ruhige Momente, in denen wir Kaft schöpfen können.



Am Tag der Wintersonnenwende dreht das Licht. Die kosmischen Räder stehen für eine kleine Weile still und du kannst spüren, wie der Kosmos innehält, bevor er wieder einatmet.

Dann drehen die Räder vorwärts, dem Licht entgegen.

In alten Zeiten wurde es still. Die Aktivitäten wurden schon vor einiger Zeit von Draußen nach Drinnen in die Stube verlegt. Nun zeigt es sich, am beginnenden Winter, ob die Ernte gut genug war, damit alle bis in den Frühling satt wurden.

Die Spinnräder surrten, Material und Kleidung wurde ausgebessert. Jetzt, mit Beginn des Winters ruhten die Spinnräder.

Das Lichterfest (heute Weihnachten) wurde gefeiert, die Zeit der Rauhnächte begann.

Mägde und Knechte hatten frei und zogen zurück zu ihren Familien.


Es wurde still auf den Höfen. Die einbrechende Kälte und der Schnee sorgten dafür, dass die Gemeinden und Höfe für sich waren. Geschichtenerzähler wanderten in alten Zeiten von Dorf zu Dorf und erzählten von Erlebnissen, die in der Welt vor sich gingen. Alle begaben sich an die Feuer, um zu lauschen. Hier wurden Geschichten ausgetauscht und je länger der Abend ging, desto mehr wurden die alten Geschichten hervorgeholt und Mythen erzählten von Dingen und Phänomenen, die die "Alten" vor langer Zeit erlebt haben.

Diese Geschichten dienten nicht nur der Unterhaltung. Sie waren Zeugniss von Lebensabläufen, wie und wann Samen gesetzt wurden, wie das Leben verlief, was es mit den Monaten und den dazugehörigen Energien auf sich hatte.

Die Ältestesten erzählten ihre Versionen und teilten den Jüngsten ihre Weisheiten, die in jeder Erzählung lagen, mit. So hielten sich die Traditionen und das Brauchtum. Es veränderte sich mit jeder Erzählung und mit dem Voranschreiten der Jahre.


Alte Mythen von Odin, Holle, Percht, den drei Nornen und vielen mehr, wurden erzählt.

Viele Brauchtümer wurden ernst genommen, denn sie halfen auf ihre Art, dass das Überleben der "Sippen" gesichert war. Dies war auch die Zeit, in der den Göttinnen und Ahn*innen geehrt wurde. So wurde ihnen allen Speis und Trank gegeben. Ein Platz wurde ihnen zugewiesen, ob nun in der Stube, als auch unter den wunderbaren Hollerbüschen.



Tiere, die sich in der Nähe aufhielten, wurde ebenfalls Nahrung bereitgestellt. Heute hat sich die Tradition fast verloren. Du findest noch Hinweise auf die Verbundenheit mit den Tieren im Vogelfutter, welches in den Wintermonaten angeboten wird.

Den Igeln gilt unsere Aufmerksamkeit. Vielleicht hast du auch eine Affinität für ein bestimmtes Tier. Halte Ausschau, wer sich in dieser Zeit dir zeigt.


Der alte Pfad kann dir ein Wegweiser in den dunkelsten Zeiten des Winters sein. Er lädt dich ein, dich auf den Weg zu begeben, der dich wieder mit dir und den geistigen Wesen verbindet. Sei eingeladen, dich von den drei Nornen begleiten zu lassen, zu all den wunderbaren Orten, die sich in uns und im Anderswo befinden. Spüre die Energie der Ahn*innen und der Göttinnen in diesen Zeiten. Nimm wahr, wie die Schleier immer wieder fallen und du durch den Nebel trittst, um dich noch tiefer in dir zu erkennen.


Erfahre die Kraft der Dunkelheit, des Rückzuges.

Was verbirgt sich für dich darin?

Was kannst du erfahren?


Jetzt ist die Zeit des Yin, das Weibliche, das sich vollkommen ausdehnen und erfahren will. Der Kosmos zieht sich zusammen, hat ausgeatmet, um sich in dieser Stille des "Todes" zu erfahren. In der Offenheit der Leere kannst du spüren, welche Kraft darin verborgen liegt. Eine Kraft, die nicht will, die nichts tun muss, die sich in sich selbt zurückzieht. Das ist das Potential von Yin.

Diesen Rückzug ins vermeintliche Nichts ist immens wichtig, denn aus der Kräftigung der Leere, kann das Yang-Potential geboren werden. Yang nährt sich von Yin und umgekehrt. Wir erleben das an Tagen, an denen wir spüren, dass der Rückzug uns gut tun würde und wir dennoch über diese Grenze hinweg agieren und reagieren.

Es entstehen immer wieder Phasen der Erschöpfung, die unsere Körperin schwächen.

Auch der Geist und die Seele erschöpfen sich und wir werden krank.



In dieser Phase des Jahes ist es vom Vorteil dir Pausen im Alltag zu manifestieren, um eine Kraftressourcen aufzubauen. Schenke deinem kosmischem Team die Chance in der entstehenden Stille dir Impulse zu senden, die dich in deinem Tun und Sein unterstützen.


Meditationen, Rückschau und Vorschau, Visionsträumereien und Visionboard sind alles gute Möglichkeiten, damit du dir deines letzten Jahres nocheimal gewahr werden kannst. Gleichzeitig ist es eine Chance, aus dem was du erlebt hast, Rückschlüsse zu ziehen und Veränderungen an deinem Lebenskurs vorzunehmen.


Für jede Rauhnacht gilt, dass sie eine Thema mit sich bringt. Bist du bereit, etwas genauer auf dein Leben zu schauen?

Dann hast du die Möglichkeit durch bestimmte Fragen, dich selbst wahrhaftig zu hinterfragen. Es geht nicht um Kritik, es geht darum, aus deinem Herzen heraus dir wohlwollend zu begegnen und dir die beste Freundin werden, die du hast.

Radikal ehrlich und mit offenem Herzen, das ist eine Botschaft in den Rauhnächten.


Hast du Lust bekommen, dich mehr mit den Rauhnächten zu befassen, dann hast du die Möghlichkeit dir ein Buch zu bestellen und mit mir und anderern Frauen, gemeinsam die Rauhnächte zu begehen.

Ich freue mich auf dich und wünsche dir noch gute Wochen, in denen wir uns auf die Wintersonnenwende hin bewegen.


Namaste















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